Warum eigentlich ?

Warum eigentlich?

Eigentlich war ich in unserer Familie immer der, der das Weite gesucht hat. Anfangs noch vorsichtig, dann immer mutiger und entschiedener.-

Mit knapp acht, machte ich mich erstmals mit dem Fahrrad auf ins Unbekannte. Ok, das war damals noch nicht so weit, aber abends den Eltern gebeichtet, sorgte es doch für erhebliche Unruhe. Ich war einfach Richtung Osten losgefahren und wurde erst durch einen großen Fluß gestoppt. Die Weser floß mir durch den Weg und wegen einsetzenden Hungers kehrte ich um und fuhr wieder nach Hause. Dort angekommen, zeigte mein Miniaturkilometerzähler 72 km mehr an als noch am morgen. Stramme Leistung. Eine andere Frage wäre, warum mich damals über 8 Stunden niemand vermißt hat. Aber das ist eine ganz andere Frage.


Später, nach vielen Familienurlauben bei Verwandten ( eigentlich immer denselben ) ging ich mit dem ersten eigenen Mofa auf Entdeckungstour. Immerhin kam ich bis Hamburg, auf dem Rückweg allerdings nur bis Bremen, da mein Mofa eine elegante Frisur trug und somit schneller als von der Polizei erlaubt war. Das Mofa wurde eingezogen und ich auf Staatskosten nach Hause befördert. Dafür haben sie dann das Mofa behalten. Man sagt, es wäre das schnellste im Bremer Stadtgebiet gewesen.

Noch später fuhr ich dann, als erster meiner Familie ins Ausland. Österreich zähle ich da mal nicht mit. Zusammen mit einer Freundin reiste ich per Interrail nach Großbrittanien um andere Länder und Sitten auszuprobieren. Mit Rucksack und wenig Geld und grottenschlechten Englisch machten wir uns auf den Weg. Wir waren sehr gründlich und haben sehr viel gesehen und erlebt. Diese Reise war der eigentliche Startschuß für mein Fernweh. Mit einem nunmehr sehr passablen Englisch ging es weiter auf Reisen. Zumeist alleine! Mit dem Rad nach Holland oder entlang der innerdeutschen Grenze ( und immer zwischendurch verstreute Verwandte besuchen um mich durchzufuttern ) Dann kam meine Kanuphase.

Ich habe ganz alleine zunächst den Rhein befahren von Basel bis nach Hause über den Dortmund-Emskanal und die Ems. Drei Wochen war ich unterwegs. Später dann noch die Weser und alles was sonst noch floß. Mehr als 30.000 km habe ich mit Kajaks und Kanus zurückgelegt. Eigentlich war ich jeden Sommer unterwegs und immer wenn es irgendwie ging.



Die erste längere Tour und ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben, war die Tour International Dunubien 1983. Drei Monate war ich auf Reisen und paddelte die Donau von der Quelle ( zusammenfluß von Brig und Brrigach ) bis zur rumänischen Grenze. Ein einzigartiges, wunderbares Erlebnis mit vielen Begegnung und Menschen, die ich nie im Leben vergessen werden. Abenteuer fernab der Zivilation, ohne Supermärkte und gesichte Versorgung. Das war schon besonders. Aber auch das ist eine andere Geschichte.


                                                                                                                                                                                                

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